Die Kantharos-Schale — das Gefäss des Dionysos

Die Kantharos-Schale — das Gefäss des Dionysos
Der Kantharos — Attribut eines Gottes

Wenn Dionysos, der griechische Gott des Weines, der Verwandlung und der Freude, in den Bildwerken der Antike erscheint, hält er fast immer dasselbe Gefäss in der Hand: den Kantharos. Den tiefen Weinbecher mit zwei hochgezogenen Schlaufenhenkeln, die weit über den Rand ragen. Kein anderes Gefäss der Antike ist so eng mit einer Gottheit verbunden.

Der Kantharos und der Thyrsosstab,  der Fenchelstab, gekrönt mit einem Pinienzapfen, sind die unverwechselbaren Zeichen des Dionysos. Drei Jahrtausende lang begleitete diese Form die Feste, Rituale und Kunstwerke Europas. In der attischen Vasenmalerei des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. erscheint der Kantharos auf schwarzfigurigen und rotfigurigen Schalen, Amphoren und Kratere, immer in der Hand des Gottes, immer als Zeichen seiner Gegenwart.

Das Symposion — wo der Kantharos seinen Platz hatte

Im Symposion, dem aristokratischen Trinkritual des antiken Griechenlands, standen zwei Gefässe im Mittelpunkt. Die Kylix: flach, weit, elegant, das Gefäss des kultivierten Gesprächs und des intellektuellen Genusses. Und der Kantharos: tief, mit hochgezogenen Schlaufenhenkeln, das Gefäss des Genusses und der Feier. Durch die Eleganz wertete er die besonderen Momente der Gemeinschaft auf und vollendete den Genussmoment.

Gastlichkeit war im antiken Griechenland eine heilige Pflicht. Zeus Xenios, der Schutzgott der Gäste, wachte darüber, dass Fremde willkommen geheissen und bewirtet wurden. Der Kantharos war das Gefäss dieser Gastlichkeit: gefüllt vom Symposiarchen, weitergereicht unter Freunden, Zeichen von Offenheit und gemeinsamer Feier. Das Symposion im Andron, dem Männerraum des griechischen Hauses, war der Ort, an dem Gastlichkeit zur Kunst wurde.


Eine Form, die Europa nicht vergessen hat

Michelangelo meisselte seinen Bacchus (1496) mit einem Kantharos in der Hand; Caravaggio malte ihn ein Jahrhundert später mit demselben Gefäss. Die Form begleitete die europäische Kunstgeschichte vom antiken Griechenland durch die Renaissance bis in die Moderne. Als Josiah Wedgwood 1769 seine Fabrik Etruria gründete,  benannt nach dem etruskischen Italien, wo griechische Vasen in grosser Zahl gefunden worden waren, produzierte er schwarze Basaltware direkt nach antiken Vorbildern: Kyliken, Kantharoi, Kratere für den englischen Tisch des 18. Jahrhunderts.

In der westdeutschen Kunstkeramik der 1960er und 1970er Jahre, mit mehr als hundert aktiven Werkstätten von der Rhön bis ins Westerwald, taucht das Prinzip der kantharos-artigen Henkel immer wieder auf, als unbewusstes Echo einer Form, die tief im europäischen Formgedächtnis verankert ist. Der Kantharos ist ein lebendiges Element europäischer Formgeschichte.


Die XENIOS Neuinterpretation

XENIOS CERAMICS ersetzt das Trinkgefäß durch eine weite, flache Schale. Diese Form existiert so in keinem Museum. Was bleibt, sind die majestätischen Henkel: zwei grosse, rund gebogene Bogenhenkel, die seitlich aufsteigen und weit über den Schalenrand ragen. Die Geste des Kantharos bleibt erhalten; die Funktion wird neu gedacht.

Als Keramik-Servierschale aus Steinzeug mit charakteristischen Henkeln — handgefertigt in Deutschland, bei hoher Temperatur gebrannt, für den Lebensmittelkontakt geeignet — übersetzt XENIOS CERAMICS die dionysische Festlichkeit antiker Symposionkultur in ein zeitgemässes Objekt für die gedeckte Tafel.


Die Nutzung heute

Was einst das Gefäss des Symposions war, findet heute seinen Platz auf der Festtafel, als Servierschale, die ihren Inhalt mit Haltung trägt. Salate, Reisgerichte, Früchte, Muscheln, Brot und Terrinen gewinnen in dieser Schale an Präsenz.

Als Schale für Gemüsegerichte, als Salatschale für die grosse Tafelrunde, als Präsentationsobjekt für Brot und Käse oder als Schale für florale Arrangements oder ungefüllt als Centerpiece in der Mitte des Tisches, die Kantharos-Schale bedient den Tisch mit der Selbstverständlichkeit einer Form, die seit drei Jahrtausenden Bedeutung trägt. Für den Lebensmittelkontakt, und haushaltsüblich spülmaschinengeeignet.


Die Bedeutung

Zeus Xenios, der Schutzgott der Gäste und der Gastfreundschaft, gab unserem Namen seinen Ursprung. Gefäße wie dieses standen seit Jahrtausenden im Mittelpunkt bedeutsamer menschlicher Momente: festlicher Mahle, philosophischer Gespräche, zeremoniellem Beisein. Wer diese Schale in den Händen hält, hält nicht nur Keramik, sondern eine Form mit Bedeutung und Jahrtausende alter europäischer Geschichte, die durch XENIOS weiterlebt und jeden Moment aufs Neue feiert.

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