Der Kyathos - Name und Bedeutung
Der Kyathos – altgriechisch kýathos, Becher oder Schöpfkelle – war in der antiken Tischkultur ein kleines Gefäß mit auffallend hochgezogenem Henkel. Zugleich bezeichnete sein Name ein Hohlmaß von ungefähr 45 Millilitern. Form, Funktion und Maß gehörten damit eng zusammen: Der Kyathos stand für eine genau bemessene Portion und für das bewusste Ausschenken des Weines.
Die historische Welt des Kyathos
Der keramische Kyathos begegnet uns vor allem in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. Seine Form geht wahrscheinlich auf metallene Schöpfkellen zurück und dürfte über Etrurien in die attische Keramik gelangt sein. In Athen übernahmen Werkstätten die ungewöhnliche Silhouette und fertigten zahlreiche schwarzfigurige Exemplare, von denen viele offenbar für den etruskischen Markt bestimmt waren. Besonders eng ist die Gefäßform mit dem Töpfer Nikosthenes und seinem Umfeld verbunden.
Seinen Platz hatte der Kyathos beim Symposion, dem gemeinschaftlichen Trinkgelage der griechischen Welt. Wein wurde dort nicht unverdünnt getrunken, sondern zunächst in einem großen Krater mit Wasser gemischt. Mit dem Kyathos schöpfte man das Gemisch aus dem Krater und füllte es in Kannen oder Trinkschalen. Das kleine Gefäß verband damit Zubereitung, Gastlichkeit und gemeinsames Trinken.
Ein attisch-schwarzfiguriger Kyathos im Louvre, entstanden um 550 bis 540 v. Chr., zeigt Dionysos und eine Mänade, begleitet von großen Augenmotiven. Die Darstellung des Weingottes verweist unmittelbar auf den ursprünglichen Gebrauch des Gefäßes und auf die Welt des Symposions.
Was diese Form besonders macht
Unverwechselbar ist der Gegensatz zwischen dem kompakten, bauchigen Gefäßkörper und dem weit über den Rand aufragenden Schlaufenhenkel. Ein kleiner Fortsatz am höchsten Punkt des Henkels konnte als Daumenauflage dienen und gab beim Schöpfen zusätzlichen Halt. Der schmale Fuß hebt den Körper leicht von der Tischfläche ab, während der weit geöffnete Rand das Eintauchen und Ausgießen erleichterte. Die Silhouette wirkt zugleich funktional und beinahe skulptural.
Die XENIOS Neuinterpretation
XENIOS CERAMICS überträgt den Kyathos in einen Keramikbecher mit Henkel aus hochwertigem Steinzeug. Der gerundete Körper, der offene Trinkrand und der charakteristisch über den Rand hinausreichende Henkel bleiben als erkennbare Merkmale erhalten. Neu gedacht werden der flache, nur leicht abgesetzte Fuß und die seitliche Führung des Henkels: Sie verleiht dem Becher einen sicheren, ergonomischen Griff und macht aus dem historischen Schöpfgefäß ein Gefäß zum unmittelbaren Trinken.
Die Neuinterpretation rekonstruiert das antike Original nicht. Sie bewahrt seine Idee und übersetzt seine Proportionen in eine Form, die sich selbstverständlich in die heutige Tischkultur einfügt.
Die Nutzung heute
Als Trinkbecher eignet sich der XENIOS Kyathos für Kaffee und Tee ebenso wie für Wasser, Saft oder ein gekühltes Getränk. Der seitlich geführte Henkel liegt angenehm in der Hand, während sein elegantes Aufragen über den Trinkrand die Herkunft der Form sichtbar lässt. Der nur leicht abgesetzte Fuß sorgt für einen ruhigen Stand und bewahrt dennoch die besondere Silhouette des historischen Vorbildes. So wird eine ursprünglich zum Schöpfen bestimmte Form zu einem Becher für den täglichen Gebrauch und für bewusst gedeckte Tische.
Die Bedeutung
Zeus Xenios, der Schutzgott der Gäste und der Gastfreundschaft, gab unserem Namen seinen Ursprung. Gefäße wie dieses standen seit Jahrtausenden im Mittelpunkt bedeutsamer menschlicher Momente: festlicher Mahle, philosophischer Gespräche, zeremoniellem Beisein. Wer diesen Kyathos in den Händen hält, hält nicht nur Keramik, sondern eine Form mit Bedeutung und Jahrtausende alter europäischer Geschichte, die durch XENIOS weiterlebt und jeden Moment aufs Neue feiert.
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